Aufgaben und Ziele der Dolmetscherzentrale

"Zu viele Menschen machen sich nicht klar, dass wirkliche Kommunikation eine wechselseitige Sache ist." (Lee Iacocca)

 

  • Die Vermittlung von Gebärdensprachdolmetscher*innen erfolgt grundsätzlich auf Anfrage.
  • Wir vermitteln aus einem Pool aus angestellten und freiberuflichen Dolmetscher*innen für die Deutsche Gebärdensprache und andere geeignete Kommunikationshilfen.
  • Wir übernehmen die Abrechnung mit den Kostenträgern und die Honorarabrechnung.
  • Wir arbeiten Länderübergreifend.
  • Wir arbeiten nach der DIN 15038 
  • Wir unterliegen dem Datenschutz und der Verschwiegenheit.
  • Wir koordinieren und organisieren von einem Einsatz bis zur Großveranstaltung.
  • Wir verwalten Fördergelder  für die kommunikative Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft.

Hier eine kleine Auswahl von Einsatzbeispielen:

  • Asylverfahren
  • Autokauf
  • Beratung bei Behörden (AA, Sozialamt usw.)
  • Betriebe (Versammlungen, Arbeitsplatzeinw., Erprobung)
  • BFA / LVA (amtsärztl. Untersuchungen / Gutachten etc.)
  • Bildungsmaßnahmen (FB / Umschlung / WB)
  • EhrungenEinstellungsgespräche / Personalgespräche
  • Elternabende
  • Eröffnung von Gebärdensprachkursen
  • Fahrschule
  • Geltungsbereich des Zeugen- und Sachverständigengesetzes
  • Gespräche Rechtsanwalt / Notar
  • Gottesdienste
  • Jubiläumsfeiern
  • Kirchentage
  • Kongresse, Tagungen
  • Kontoeröffnung
  • Medizinischer Bereich
  • Mieter-, Vermieterberatung
  • notariell beurkundete Verträge
  • Politische Veranstaltungen
  • Polizeiliche Vernehmungen ● Reisebüro / Reiseführung
  • Studium
  • Sportverband
  • Taufe / Konfirmation / Jugendweihe / Kommunion / Firmung
  • Trauerfeierlichkeiten
  • Trauungen
  • Veranstaltungen Behindertenverbände / Wohlfahrtsverbände
  • Vereine (Vorträge, Ausfahrten, Jubiläen, Ehrungen etc.)
  • Versicherungsberatung
  • Volkshochschulkurse

Fakten & Hintergründe

 

Wer nicht oder nur wenig (lautsprachlich) sprechen kann, weil er gehörlos ist oder nicht richtig hören kann, wer nicht versteht, was Radiofunk und Fernsehen ihm alltäglich akustisch "frei Haus" liefern, der ist ausgegrenzt, gesellschaftlich isoliert - ihm droht die Gefahr zu vereinsamen.

Die Kommunikation bzw. ein gleichberechtigter Austausch zwischen hörenden und hörbehinderten Menschen kann nur mittels der Gebärdensprache erfolgen. Voraussetzung dafür ist, dass sich Hörende Kenntnisse in der Gebärdensprache aneignen. Die Gewinner sind in jedem Fall beide Seiten, sei es, dass hörende Personen eine "Fremdsprache" erlernen und somit ihr Allgemeinwissen vergrößern, für die Sinnesbehinderung sensibilisiert werden oder sei es, dass hörgeschädigte Menschen ein größeres Interesse in der Gesellschaft erfahren und dadurch ihre Persönlichkeit besser entwickeln können.

Zum Erlernen der Gebärdensprache bedarf es einer fachlichen Anleitung.

 

Pflichten der Gebärdensprach-Dolmetscher*innen

  • Dolmetschen für Hörende und Gehörlose von DGS in Deutsch und Deutsch in DGS, sowie in Unterstützende Kommunikation (UK)
  • Übersetzen von Schreibstücken
  • Telefondolmetschen Kenntnisse in DGS, LBG, FA und anderen geeigneten Kommunikationsformen
  • Gute Ausdrucksweise in der Lautsprache Dolmetscher sind Sprachmittler. Sie haben keine beratenden Aufgaben.
  • Sie dürfen im Einsatz ihre eigene Meinung nicht äußern. Dolmetscher dürfen über Inhalt, Auftraggeber, Ort und Dauer ihres Auftrages nicht sprechen;
  • sie unterliegen den gesetzlichen Regelungen den Schweigepflicht.
  • Die Dolmetscher müssen sagen, wenn sie etwas nicht verstehen oder sich einer Aufgabe nicht gewachsen fühlen.
  • Die Dolmetscher müssen dann nachfragen oder eventuell den Einsatz abbrechen.

 Rechte der Gebärdensprach-Dolmetscher*innen

  • Vorbereitungsmaterial (Unterlagen, Kopien,...)
  • eventuell Doppelbesetzung
  • angemessene Bezahlung
  • Pausen
  • Ablehnung von Aufträgen
  • Abbruch des Einsatzes, wenn die Arbeitsbedingungen unzumutbar sind

Was ist Dolmetscher*innen nicht erlaubt?

  • erklären, helfen, beraten
  • für Kunden Fragen stellen oder beantworten
  • die eigene Meinung mit einfließen lassen
  • den Gehörlosen in seinen Entscheidungen beeinflussen, Erklärungen abgeben
  • bei menschlichen Konflikten vermitteln
  • den Gehörlosen über andere Dolmetscher ausfragen

Das Fingeralphabet kommt zum Einsatz bei:

  • Namen von Personen (wenn keine Namensgebärde vorhanden ist)
  • Namen von Städten und Ländern, Eigennamen (wenn es dafür keine Gebärde gibt)
  • Film- oder Buchtiteln Markenbezeichnungen (z.B. Opel)
  • Fremdwörtern

Das Fingeralphabet ist in jedem Fall nur ein Hilfsmittel und keineswegs ein Ersatz für Gebärden.

Beim Einsatz des Fingeralphabets ist eine fließende Bewegung anzustreben.

INFORMATIONEN über den Einsatz und die Bezahlung von

Gebärdensprachdolmetschern 

 

Jährlicher Grundbedarf an Kommunikationshilfen für 

hörbehinderte Menschen (Gehörlose)

 

Grundkriterien nach der die Aufstellung erfolgt

 

Art der Befriedigung

 

   • Individualbedürfnisse können von einem Menschen alleine befriedigt werden (z.B. das Bedürfnis zu essen)

• Kollektivbedürfnisse können nur von einer ganzen Gemeinschaft (z. B. Staat) befriedigt werden (z.B. das Bedürfnis nach Sicherheit)

 

Art der Bedürfnisse

 

• materiellen Bedürfnissen

• immateriellen Bedürfnissen

 

Dringlichkeit

 

Existenzbedürfnisse umfassen die Bedürfnisse nach ausreichender Nahrung, Flüssigkeit, Wohnraum und Sicherheit

• Grundbedürfnisse umfassen die Bedürfnisse nach Gesundheit, Umwelt und Kleidung und Ähnlichem

Luxusbedürfnisse umfassen die Bedürfnisse nach luxuriösen Gütern und Dienstleistungen

 

Die derzeit bestehende Ausnahme

 

Zur Zeit gibt es ein fiskalisch begrenztes Projekt durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, das bis Dezember 2016 auch die Teilhabe außerhalb des Verwaltungsverfahrens ermöglicht.

 

Die Prognose liegt bei ca. vier Stunden monatlich, wenn es ausschließlich um die Existenzbedürfnisse geht. Es wurden vier Stunden veranschlagt, aber tatsächlich können abzüglich der Nebenkosten nur zwei bis drei Stunden für die Dolmetscherleistung verrechnet werden.

 

Im Land Brandenburg leben ca. 2.537 Hörbehinderte mit dem Merkzeichen GL (Stand 31.12.2012) im Schwerbehindertenausweis. Laut dem Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik des Landes Brandenburg gibt es 8.834 Menschen (Stand 31.12.2012) mit Taubheit, Schwerhörigkeit und Sprachstörungen. Von diesen Menschen nutzt ein Großteil die sonstigen Kommunikationshilfen. 

Für unsere Berechnung werden wir nur auf die 2.537 Hörbehinderten berücksichtigen.

 

Berechnung

 

2.537 x 4 Stunden/Monat = Stunden/Monat

 

bei einem Stundensatz von 75,00 € ergibt das ein monatlichen Betrag von 761.100,00 €

 

Auf ein Jahr gerechnet beträgt die Gesamtsumme

9.133.200,00 €

 

Legen wir jetzt zu Grunde, dass 60% der Hörbehinderten keine Gebärdensprachdolmetscher benötigen, sondern auf andere geeignete Kommunikationshilfen zurückgreifen, dann kann für diesen Bereich ein Stundensatz von 40,00 € zu Grunde gelegt werden. Hieraus ergibt sich dann ein Jahresbedarf von 6.575.520,00 €.

 

Existenz- und Grundbedürfnisse zur Sicherstellung der Kommunikation und sozialen Teilhabe am Leben in der Gesellschaft

 

• Politische Veranstaltungen in den Landkreisen und kreisfreien Städten

• Politische Veranstaltungen des Landes

• (Der Landesregierung und der Parteien)

• Persönliche aktive Teilnahme in Parteien

• Informationsveranstaltungen und Workshops der Freien Träger (Paritätische, Arbeiterwohlfahrt u.a.)

• Teilnahme an Kursen der Volkshochschulen

• Gespräche und Beratung bei kommunalen Behindertenbeauftragte

• Teilnahme an Informationsveranstaltungen in Krankenhäusern (z.B. zu bestimmte KrankheitenTeilnahme Aktivitäten von Selbsthilfegruppen aller Art)

• Teilnahme an Elternversammlungen und Elterngesprächen

• Gespräche bei Verbraucherzentralen und Hilfsorganisationen

• Gespräche und Beratung bei kommunalen Behörden (Ordnungsamt, Zulassungsstelle, Bürgeramt)

• Gespräche bei größeren Anschaffungen/Verkaufsgespräche (Auto, Küche etc.)

• Gespräche mit Notare (z.B. Erbrecht)

• Verhandlungen von Schiedskommissionen

• Gespräch und Beratung bei Patientenbeauftragten

• Gespräche mit Rechtsanwälte

• Reklamationen und Beschwerden im Garantiefall für technische Geräte des täglichen Bedarf (Lebensmittel, Hilfsmittel)                                       

• Reisen und Verkehr

• Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen Museumsbesuche, Ausstellungen, Aufführungen, Theater oder Musikveranstaltungen, Volksfeste

• Werbeveranstaltungen von Parteien und Vereinen

• Teilnahme in Sportvereinen (z.B. Versammlungen)

• ambulante medizinische Betreuung und Beratung

• stationäre medizinische Betreuung und Beratung (bisher nicht geklärt – es ist ein Verfahren beim BSG anhängig –derzeit werden individuelle Lösungen gesucht)

• Gespräche mit Wohnungsbaugesellschaften                   (z.B. Mietverträge, Rekonstruktion u.a.)

• Verwaltungsverfahren mit kommunalen Wohnungsgesellschaften

• Gespräche und Beratung in Jobcentern

• Gespräche und Beratung in Arbeitsagenturen

• Gespräche und Beratung bei der Rentenversicherung

• Gespräche und Beratungen mit den Unfallversicherungsträgern

• Auskünfte aus dem Melderegister              Aufenthaltsbescheinigungen                          Lohnsteuerkarten
Nachweiskarten mit entsprechender Marke zur Fischereiabgabe
Feinstaubplakette                                                           Wohnsitz                                                      Außerbetriebsetzungen von Kraftfahrzeugen und Verbleibserklärungen                                              Fahrzeugpapiere nach Umzug innerhalb der Stadt Potsdam                                                            Fahrzeugpapiere nach Namensänderungen umschreiben lassen                                                                          Halterwechsel innerhalb von Potsdam                          Zulassung neuer Kraftfahrzeuge (nur Potsdamer Zulassungsbereich)                                                      Umschreibung Kraftfahrzeug bei Zuzug nach Potsdam     Wiederzulassung eines abgemeldeten/stillgelegten Kfz Eintragung Listen bei Volksbegehren/ Bürgerentscheiden 
Beglaubigung amtlicher Urkunden/Schriftstücke              Kinderreisepässe                                         Personalausweise                                                     Reisepässe                                                         Akteneinsicht                                                            Benutzung des Stadt- und Verwaltungsarchives  Auskünfte aus dem Gewerbezentralregister                Ausstellung von Führungszeugnissen                  Auskunftssperren für persönliche Daten im Melderegister  Verlängerung von Bewohnerparkausweisen            Ersterteilung eines Führerscheines                        Ausstellung eines Ersatzfahrzeugscheines ggf. mit eidesstattlicher Erklärung                                            Umtausch eines Führerscheines in einen Scheckkartenführerschein

           

Beratungsleistungen der Landkreise und kreisfreien Städte

 

Beratung von Bürgern und Gewerbetreibenden zu lebensmittelhygienischen Vorschriften

• Beratung zum Bau und zur Einrichtung von Lebensmittelbetrieben

• Beratung zu sexuell übertragbaren Krankheiten und Aids,

      chronische Krankheiten und Krebs

• Heimberatung und Heimplatzvermittlung

• Infektionsschutz

• Krisenintervention

• Mütterberatung

• Pilzberatung

• Psychisch kranke Bürger (Beratung)

• Psychologische und sozialpädagogische Beratung

• Sozialpsychiatrische Beratung

• Stationäre, teilstationäre und ambulante Behandlungs- und Hilfsangebote suchtkranker Bürger

• Umweltmedizinische Beratung

• Informationen zur Pandemievorsorge

• Gespräche bei den Beratungsstellen der Feuerwehr Beratung zum Thema Katastrophenschutz            Beratung zum Thema Brandschutz                     Prävention

• Gespräche bei den Beratungsstellen Kriminalpolizei

       Beratung zum Thema Sicherheit

       Beratung zum Thema Prävention

• Gespräch mit dem Tierarzt

•  Beratung in den Pflegestützpunkten

• Gespräch mit dem Steuerberater bzw. Lohnsteuerhilfeverein

• Hochzeit / Trauung (z.B. kirchliche Trauung)

• Hochzeit / Trauung (Standesamt inkl. Anmeldung)

• Gespräche im Finanzamt

• Gespräch mit einer Schuldnerberatungsstelle

       Beratung und Feststellung des Bedarfes

       Hilfe und Unterstützung bei der Organisation

       Begleitung bei den persönlichen Gesprächen

• Gespräch mit Versicherungen

       Haftpflichtversicherung

       Kaskoversicherung

       Lebensversicherung

       Zahnersatzversicherung u.a.

       Altersvorsorge

• Gespräch mit Dienstleistungsbetriebe

      Werkstätten für Fahrzeuge

      Werkstätten für technische Geräte u.a.

      Energieversorger

• Teilnahme an Taufen oder Konfirmation

• Teilnahme an Weihnachtsfeiern von Firmenangehörigen

• Teilnahme an Fahrschulkursen (nur im Zusammenhang mit Arbeit)

 

• Teilnahme an Lehrgängen des Deutschen Roten Kreuzes (nur im Zusammenhang mit Arbeit)

Cottbus (Hauptsitz Dolmetscherzentrale)
Lipezker Straße 48

03048 Cottbus
Telefon 0049 355 7295890

Fax 0049 355 22779